99% Rammstein – 100 %
Völkerball
Völkerball heißt die Band – A Tribute
to Rammstein lautet der Untertitel. Wie groß
dieser Untertitel geschrieben wird, steht schon fest,
bevor Völkerball den ersten Ton
gespielt hat. Der Vorhang fällt und gibt endlich den
Blick auf das vollendete
Bühnenbild und eine überwältigende Kulisse frei. Hier
wird sich in den nächsten beiden
Stunden eine für Auge und Ohr kaum fassbare Inszenierung
abspielen, in der durch
ausgefeilte Lichtshow und haargenau platzierte
Pyroeffekte brillante visuelle Akzente
gesetzt sind.
Bricht dann erst der brachiale Rammstein-Sound
unerbittlich hart auf den Konzertbesucher nieder, wie der Hammer auf den Amboss und
erklingt erst einmal die sonore – eigentlich ja unverwechselbare –
Rammstein-Stimme aus der Kehle des
Völkerball- Frontmanns René Schulte, so ist die Illusion
perfekt. Völkerball spannt einen musikalischen Bogen durch die komplette Rammstein-
Discografie und lockt damit nicht nur echte Rammstein Fans aus der Reserve.
Mithilfe von mühevoll nachgebildeten Requisiten, Outfits
und Maske verstehen es die sechs Völkerball-Musiker dabei so perfekt in die Rollen
ihrer jeweiligen „Vorbilder“ zu schlüpfen, dass sich selbst gestandene Rammstein Fans
ungläubig die Augen reiben.
Mit scheinbar abwesenden, toten Blicken und den
typischen, kantigen und entschlossenen Bewegungen und Gesten verkörpert
Völkerball gekonnt die fremde und kühle Ausstrahlung, die Rammstein so unnahbar
erscheinen lässt.
Die Band scheint in eine andere Welt versetzt, eingehüllt
in eine urgewaltige Atmosphäre, die sich in den gnadenlosen Texten der
Rammstein-Songs wiederfindet. Mitten ins Herz treffen sie das Völkerball Publikum -
irgendwo zwischen Genie und
Wahnsinn, Faszination und Ekel oder Lust und Schmerz,
genau wie die Musik von Rammstein, die sich hart und prägnant präsentiert, roh
und einfühlsam, von Grund auf kalt und doch emotional.